Archiv für den Tag: 11. Juli 2015


Unmotivierte Mitarbeiter sind teuer 4

Jeder unmotivierte Mitarbeiter kostet viele Tausend Euro pro Jahr.

Marco Nink von Gallup stellt in einem Artikel vom 01.07.2015 fest, dass unmotivierte Mitarbeiter in Deutschland jedes Jahr nach Schätzung von Experten einen „Schaden“ von 250 Mrd. € (250.000.000.000 €) verursachen.

Immerhin ist der Anteil der Mitarbeiter, die schon innerlich gekündigt haben, leicht zurück gegangen (2014 sind es aber immer noch 15% aller Beschäftigten), aber deren „Schadenspotenzial“ ist immens.

 

Bei ca. 43 Mio. Arbeitnehmern, gemäß statistischem Bundesamt, sind das durchschnittlich fast
6.000 € pro Mitarbeiter.

 

Diese Kosten (Schaden) setzen sich zusammen aus:

  • 130 % höherer Krankheitsquote bis hin zur Frühverrentung, zum Burnout,…
  • Qualitätsfehler und – mängel bis hin zur Sabotage
  • Stillstands- und Ausfallzeiten von Maschinen, Anlagen.
  • Kosten, um neue Mitarbeiter zu suchen und einzuarbeiten
  • Kosten für Abfindungen, Arbeitsunfähigkeit, Krankheit, Burnout
  • Kosten für Überstunden, da Kolleg/innen länger ausfallen und/oder Leiharbeiter eingesetzt werden müssen
  • Konfliktkosten (machen einer Studie nach fast 20% der Wertschöpfung aus)
  • Schlechtere Servicequalität
  • Verloren gegangener Umsatz wegen geringerer Produktivität bis hin zu Strafgebühren für Nichteinhaltung von Lieferzusagen
  • ….

 

Eine wichtige Erkenntnis ist durch viele verschiedene Studien immer wieder belegt:
Ursache für fehlendes Engagement ist zu ca. 70% der direkte Vorgesetzte – die Führung.

 

Die Führung braucht Hilfe für qualifizierte Umgangsformen mit dem wertvollen „Human capital“.

Gallup bezieht sich dabei auch auf die Studie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, die Prof. Peter Kruse letztes Jahr vorstellte.

Mehr als 50% aller befragten Führungskräfte sind gemäß Prof. Kruse sich darüber im Klaren, dass unsere Führungskultur nicht mehr in die Zeit passt.

Wir in Deutschland sind zwar für unsere Zuverlässigkeit, unsere Genauigkeit, unsere Effizienz, unseren hohen Anspruch an Qualität und Pünktlichkeit. Auch ist unser systematisches Vorgehen berühmt, jedoch scheinen wir mit einem Punkt Probleme zu haben: mit dem Umgang mit Menschen.

Menschen sind eben kein „human capital“, das ich immer und überall auf dem Markt bekommen kann, sondern vermutlich die wichtigste Ressource und das entscheidende Element in Organisationen und Firmen.
Auch die demografische Entwicklung wird den Menschen in den nächsten Jahren noch mehr in den Mittelpunkt stellen.


 

Was steigert das Engagement der Menschen an ihrem Arbeitsplatz?

  • Zeitgemäße Unternehmenskulturen schaffen, bei denen der Mensch wichtig ist
    Nach Prof. Kruse stellen ca. 50% der Befragten fest, dass unsere vorherrschende Kultur sich immer mehr zu einem Wettbewerbsnachteil entwickelt.
  • Vom Shareholder-Denken hin zum Stakeholder-Denken

Ein hoher Ertrag ist das Endergebnis guter Prozesse und einer guten Führungskultur
(Eine andere, sehr umfangreiche Studie kommt zum Ergebnis, dass gut geführte Unternehmen eine Rendite haben, die 48% höher ist, als die der Wettbewerber)

  • Intensive Ausbildung und Weiterbildung der Führungskräfte
    Dabei geht es vorrangig um die Fähigkeiten, mit Menschen umzugehen.
    Führungskräfte sollen sich zu Führungspersönlichkeiten entwickeln können.
  • Strategien entwickeln, um die Hürden für mehr Engagement zu beseitigen.
  • Führungskräfte durch Unterstützung, Training und Coaching in die Lage versetzen, dass sie sich besser in Ihre Mitarbeiter hineinversetzen können und verstehen, was diese wirklich an ihrem Arbeitsplatz brauchen, um dort gerne zu arbeiten und gute Leistungen bringen zu können und zu wollen.

 

Eine Führungskraft hat heute ca. 10 Mitarbeiter direkt zu betreuen.
Dies bedeutet: in seinem oder Ihrem Verantwortungsbereich gibt es ein Schadenspotenzial von ca. 60.000 €.

 

Eine höhere Kompetenz der Führungskraft, ein Training, das sie zu einer qualifizierten Führungspersönlichkeit macht, würde dieses Schadenpotenzial verringern, wenn nicht sogar ausmerzen.

Aus meiner eigenen Erfahrung würde ein solcher RoI (Return of Invest) bei Maschinen zu einer sofortigen Beschaffung führen.

 

Quelle: http://www.gallup.com/businessjournal/183851