Archiv für den Tag: 19. Juli 2015


Führungskultur: Deutschland behauptet in Europa einen traurigen Spitzenplatz 2

Führungskultur: Ca. 2,7 Mio. deutsche Arbeitnehmer fühlen sich ausgebrannt

Die Anzahl der deutschen Arbeitnehmer, die an Burnout und unter einer schlechten Führungskultur leiden, ist überdurchschnittlich hoch. Das stellt Marco Nink von Gallup in einem Artikel vom 14.07.2015 fest.

 

Schon 2013 stellte das Bundesministerium für Arbeit fest, dass ca. 59 Mio. Arbeitstage pro Jahr durch psychologisch bedingte Krankheiten ausfallen. Die durchschnittliche Ausfallzeit bei diesen Symptomen liegt bei 40 Arbeitstagen.

 

Wen wundert´s: besonders die Mitarbeiter mit wenig Motivation sind deutlich häufiger von diesen Störungen betroffen. Aber wie kann Motivation gesteigert werden?

 

Sicher nicht auf Knopfdruck. Motivation kann ohnehin nicht von außen stattfinden, sondern nur dadurch, dass die Betroffenen im Arbeitsumfeld gute Gründe genug vorfinden, sich selbst zu motivieren. Und die können ihnen von außen „geliefert“ werden.

 

Burnout kann allerdings auch die Menschen treffen, die viel leisten und sehr engagiert sind.
Ich habe 2 Fälle in meiner eigenen Familie und konnte mir vorher nicht vorstellen welch dramatische Auswirkungen ein Burnout haben kann.

 

Führungskräfte sind für das Arbeitsumfeld und damit für die Führungskultur verantwortlich und können dort viel dafür tun, dass sich die Mitarbeiter berechtigterweise inspiriert und hoch motiviert fühlen:
  • Die Mitarbeiter/innen als Menschen wirklich wertschätzen; deren Arbeit honorieren und dies auch zeigen. Dabei geht es vorrangig nicht um Geld. Ein freundliches Wort, eine ehrliche Anerkennung, eine Auszeichnung – das zählt mehr und wirkt länger.
  • Ehrliches, schnelles und faires Feedback verbunden mit Unterstützung und Hilfe.
  • Den Mitarbeiter/innen einen guten Arbeitsplatz anbieten, an und mit dem sie ihre Aufgaben gut erfüllen können. Richtige Werkzeuge, Entlastung von körperlich schweren Arbeiten, optimierte Prozesse, um offensichtliche Verschwendung zu verhindern, ….
  • Vermeidung einer zu starken Bürokratie und schneller Umsetzungsmöglichkeiten bei getroffenen Entscheidungen. Die Ausstattung der mittleren Führungsebene mit einem eigenen Budget für solche Maßnahmen wirkt hier Wunder.
  • Treffen von klaren und verständlichen Entscheidungen, Festlegen eindeutiger Verantwortlichkeiten und auch mal Geld in die Hand nehmen, um Missstände schnell zu beseitigen.
  • Den Mitarbeiter/innen Chance geben, gehört zu werden, und die Möglichkeit, Verbesserungen vorschlagen und diese dann auch umsetzen zu können.
  • Die Chance geben für Förderung und berufliches Weiterkommen
  • Die Mitarbeiter/innen selbst in den Lösungsprozess einbinden, denn schließlich arbeiten diese den ganzen Tag an „einer Problemzone“ und wissen oft sehr genau wo es klemmt.
  • Den eigenen Führungskräften Entscheidungsspielraum und Entwicklungsmöglichkeit geben.

 

Was können Sie selbst noch für sich tun?

Hier gibt es vielfältige Möglichkeiten. Und letztlich müssen Sie selbst für sich die richtige Mischung finden.

Einige Impulse und Ideen:

  • Frönen Sie nach der Arbeit und an Wochenenden Ihren Hobbies
  • Bewegen Sie sich (warum nicht morgens für 30 Minuten laufen; oder abends einen Spaziergang in der Natur?)
  • Schließen Sie sich einer Sportmannschaft an
  • Hören Sie Musik, gehen Sie Tanzen, oder tanzen Sie zuhause
  • Haben Sie es schon einmal mit Meditation versucht?
  • Nehmen Sie auch einmal ganz bewusst eine Auszeit. Manchmal genügen wenige Minuten.
  • Lernen Sie auch mal „Nein“ zu sagen (denn dann ist Ihr „Ja“ viel wirkungsvoller)
  • Haben Sie genug Schlaf?
    Die Experten gehen von einem Schlafbedürfnis von 6 – 10 Stunden aus.
  • Wie steht es um Ihre Ernährung?
  • Begeistert Sie Ihre Aufgabe als Führungskraft oder sind Sie auf der Suche nach Bestätigung und machen den Job nur weil Sie dafür ein gutes Gehalt bekommen?
  • Nehmen Sie sich genug Zeit für Ihre Familie, Ihre Kinder und Freunde?
  • Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, sich sozial zu engagieren?
    Sie tun anderen etwas Gutes und bekommen jede Menge zurück. Für mich hat es sich immer gelohnt. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hielt mich jung und flexibel.

 

Eine ganz wesentliche Hilfe für Sie als Mensch, aber auch für Ihre Arbeit als Führungskraft, Chef oder Vorgesetzter ist, dass Sie Ihre Kompetenzen als Führungspersönlichkeit weiter ausbilden

Coaching und Führungstrainings machen Ihnen Ihre Arbeit als Führungskraft leichter.

 

Denn: alles wird leichter, wenn man es trainiert und besser versteht.

 

Führung ist Arbeit mit Menschen und auch die können wir lernen.

Die Faktoren für gute Führung sind im wesentlichen bekannt. Mehr dazu in einem Folgebeitrag.

 

Quelle der Anregung: http://www.gallup.com/businessjournal/184106